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Bierstiele für Anfänger und Fortgeschrittene

Du kannst Bier zum Beispiel nach Stammwürze, Farbe, Aussehen, Geschmack, Bitterkeit, Ausgewogenheit oder den verwendeten Zutaten wie Malz, Hopfen, Hefe oder speziellen Rohstoffen, die gegen Ende des Kochvorgangs hinzugefügt werden (z. B. Orangenschale, Koriander oder Zitronengras), einteilen. All diese Bierparameter bilden einen Bierstil. Es sind gewisse Leitplanken, die dir garantieren, dass du weißt, was dich erwartet, wenn du zum Beispiel ein obergäriges IPA trinkst.

Bierstiele lassen sich nach der Art der Gärung in zwei große Kategorien unterteilen:

  • Obergärige Biere (Ale): Diese Methode nutzt die Menschheit schon seit Jahrtausenden. Bei der Gärung bilden die Hefen sogenannte Gärdecken (daher die Bezeichnung obergärig). Die Hauptgärung verläuft stürmischer und bei höheren Temperaturen als bei untergärigen Bieren (typischerweise 15-25 °C). Charakteristisch ist die Bildung aromatischer Stoffe, die den Bierstilen ihr unverwechselbares Aroma verleihen.
  • Untergärige Biere (Lager): Lagerbiere werden „erst“ seit einigen hundert Jahren gebraut (z. B. ist das Jahr 1876 für Bierstile wichtig, da Louis Pasteur als Erster bewies, dass Bier durch die Gärung von Mikroorganismen entsteht). Die Hauptgärung ist aufgrund deutlich niedrigerer Temperaturen als bei obergärigen Bieren (typischerweise 7-15 °C) nicht so stürmisch. Bei der Gärung entstehen zudem weniger aromatische flüchtige Stoffe.

Als Bonus-Kategorien könnte man auch Hybridbiere oder spontan vergorene Biere nennen.


Obergärige Biere (Ale)

Pale Ale

Ursprünglich aus England. Wurde schnell populär. Helle Farbe. Verschiedene Praktiken beim Hopfen haben diesen Stil sehr vielfältig mit einer großen Geschmackspalette gemacht.

American Pale Ale (APA)

Entwickelt in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts. Hohe Bitterkeit. Klarer Malzgeschmack. Mittlerer Körper und hohe Rezenz. Häufig Noten von Orange, Grapefruit, Zitrone oder Harz. Es werden spezielle Hefestämme verwendet und mit hohen Dosen aromatischer Hopfensorten gebraut. Häufige Experimente mit Malz, Hopfen und Alkoholgehalt. Sehr oft wird kalt gehopft.

Amber Ale

Ursprünglich aus den USA. Charakteristische bernsteinfarbene bis rötliche Farbe. Mittelschweres Bier. Kräftiger Malzkörper und karamelliger Malzgeschmack. Es werden amerikanische Hopfensorten mit mittlerer Bitterkeit und Duft verwendet.

India Pale Ale (IPA)

Starkes Bier. Goldene Farbe. Mittleres bis starkes Hopfenaroma. Ausgeprägter Geschmack und Bitterkeit durch den Hopfen. Der Nachhall auf der Zunge erzeugt oft ein trockenes Mundgefühl. Häufige Experimente mit verschiedenen Malz- und Hopfensorten. Oft wird IPA auch kalt gehopft.

American IPA

Sehr starkes Bier mit ausgeprägter Bitterkeit. Schwächerer bis mittlerer Malzkörper. Starkes bis sehr starkes Hopfenaroma. Es werden deutlich aromatische amerikanische Hopfensorten verwendet.

Imperial IPA / Double IPA / Triple IPA

Noch stärkeres Bier (7,5 – 10 % Alk.). Sehr ausgeprägte Bitterkeit.

New England IPA (NEIPA)

Der offizielle Name dieses Bierstils ist Hazy Pale Ale, aber der Name NEIPA hat sich rasend schnell verbreitet. Mittleres bis starkes Bier. Blasse/strohgelbe Farbe. Typisch ist das trübe Aussehen, das an Fruchtsaft erinnert. Geschmack und Duft haben einen dominanten fruchtigen Charakter von Tropenfrüchten, der wieder an Saft erinnert. Oft ein samtiges/cremiges Mundgefühl. Typischerweise wird dieser Stil massiv kalt gehopft und es wird Malz mit höherem Proteingehalt (Weizen, Hafer) hinzugefügt.

Cold IPA

Cold IPA ist ein Bierstil, der sich darauf konzentriert, die Bitterkeit und Fülle zu unterdrücken, die ein typisches IPA normalerweise mit sich bringt. Alle verwendeten Hopfensorten werden speziell ausgewählt, um ein komplexes Aroma und Geschmack ohne Bitterkeit zu liefern. Der Gesamtgeschmack des Bieres ist leicht, leicht süßlich mit einer feinen Hopfen-Säure. Das Aroma ist fein, mit geringer Bitterkeit und zarten Zitrusnoten. Die Farbe ist normalerweise hell bis mittel.

Black IPA

Sehr dunkle Farbe, hohe Bitterkeit, trockener Nachhall im Mund; färbende und geröstete Malze sollten sich nicht zu sehr im Geschmacksprofil niederschlagen. Die Hauptmerkmale des IPA-Stils sollen hervorstechen.

Stout

Ursprünglich aus Irland. Dunkle Farbe, dichter cremiger Schaum, stark karamelliger bis gerösteter Geschmack, geringe Süße und Fülle. Höherer Alkoholgehalt (7–9 % Alk.). Neben Röst- und Gerstenmalz wird manchmal auch Hafermalz verwendet.

Milk Stout

Ursprünglich aus England. Während des Brauprozesses wird Laktose hinzugefügt, die die Hefe nicht verarbeiten kann, sodass sie als Süße oder cremige Konsistenz im Bier verbleibt. Schokoladige und sahnig-cremige Noten.

Hefeweizen

Ursprünglich aus Deutschland. Typisch für seine stärkere Trübung und den ausgeprägteren Geschmack und Duft nach Hefe. Oft gärt es dank der Resthefe direkt in der Flasche nach. Das Bier ist fast immer unfiltriert. Typisch sind Noten von Banane mit einer Prise Nelke.

Untergärige Biere (Lager)

Pilsner / Lager tschechischer Art

Mittlere bis höhere Fülle. Hellbernsteinfarbene Farbe. Mittlere bis stärkere Bitterkeit mit langem Nachhall. Der Geschmack ist malzig. Dichter und reicher Schaum. Es wird nur Pilsner Malz und tschechische Hopfensorten verwendet.


Weitere nützliche Abkürzungen und Informationen

SMASH

Single Malt and Single Hop. Beim Brauprozess wird eine einzige Malzsorte und eine einzige Hopfensorte verwendet.

Kalthopfung (Dry Hopping)

Der Hopfen wird neben dem Kochen (Sieden der Würze zur Zugabe von Hopfen) für eine bestimmte Zeit während der Gärung des Bieres hinzugefügt (typischerweise nach der stürmischen Gärung). Ziel dieser Technik ist ein nicht-traditioneller Hopfen- oder „juicy“ Charakter.

Quellen

  • Pivařka - Petr Novotný
  • www.beerweb.cz
  • Jahre um Jahre an Erfahrung in der Praxis :)
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