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45 Jahre Alien: Feiere mit uns den Alien Day

Vor 45 Jahren kam Alien in die Kinos, das sabbernde Monster, das die Welt des Horrors und Sci-Fi veränderte. Was ist seine Geschichte? Und warum feiern wir am 26.4. den Alien Day?

45 Jahre Alien: Feiere mit uns den Alien Day

Am 25. Mai ist es genau 45 Jahre her, dass der Film Alien in die Kinos kam und das Sci-Fi- und Horrorgenre für immer veränderte. Er präsentierte eine düstere Zukunftsvision, in der die Menschheit in dunklen, dampfenden und schmutzigen Schiffen durch das All reist – ganz anders als die glänzenden, einladenden Maschinen, die man etwa aus Star Trek kennt. Das Universum von Regisseur Ridley Scott ist ein finsterer Ort, an dem dich wirklich niemand schreien hört…

Die siebenköpfige Crew des Frachtraumschiffs Nostromo erwacht aus dem Kryoschlaf. Die KI des Schiffes, Mutter, hat ein unbekanntes Signal empfangen. Die Weyland-Yutani Corporation, der das Schiff gehört, hat klare Regeln: Jedes unbekannte Signal muss überprüft werden. Das Signal stammt vom Planeten LV-426. Seinen Namen erhielt der Planet erst 1986; im Originalfilm hat er keinen. Genau dieser Name inspirierte den Alien Day, der zu seinen Ehren am 26. April (4/26) gefeiert wird.

Den Rest kennen die meisten von uns nur zu gut. Auf dem Planeten befindet sich ein außerirdisches Schiff und irgendwo im Keller ein Haufen seltsamer Eier, aus denen gerne spinnenartige Viecher springen, die dir ein Ei mit einer ziemlich unangenehmen Überraschung in den Bauch legen. Genau das passiert dem armen Offizier Kane. Die ahnungslose Crew nimmt ihn wieder an Bord. Crewmitglied Ellen Ripley murrt zwar und bringt Einwände wegen der Quarantäne vor, wird aber überstimmt. Die Nostromo hat damit offiziell ihren ersten ungebetenen Gast aus dem All begrüßt! Das Ganze gipfelt natürlich in der ikonischen Szene beim Abendessen, als sich ein kleiner Alien aus Kanes Brustkorb frisst.

45 Jahre Alien: Feiere mit uns den Alien Day

Als ich diese Szene als kleiner Junge sah, bescherte sie mir nächtelang Albträume. Danach habe ich Eier zum Frühstück nur noch mit großem Misstrauen betrachtet. Der erste Film baut komplett auf langsam aufkeimender Spannung auf, bei der die Angst vor allem im Kopf des Zuschauers entsteht, statt durch blutige Szenen voller Spezialeffekte. Der Film spielt eher mit der Psyche des Publikums und lässt es sich vor dem Unbekannten fürchten. Wir sehen den Alien selbst nur wenige Male, und doch hat er sich in unser Gedächtnis und schließlich in die Filmgeschichte eingebrannt.


Sieben lange Jahre wartete man auf die Fortsetzung. James Cameron nahm auf dem Regiestuhl Platz und schickte die arme Ripley als einzige Überlebende der Nostromo zurück zum Planeten LV-426. 57 Jahre sind seit ihrem letzten Besuch vergangen. Aus dem einst praktisch leeren Felsbrocken ist durch Terraforming eine Kolonie geworden. Die Siedler haben sich zwar dummerweise nicht mehr gemeldet, aber an das Märchen von sabbernden Monstern glaubt niemand so recht. Am Ende schließt sie sich der Rettungsmission doch an, schon allein, um sich ihren eigenen Albträumen zu stellen.

45 Jahre Alien: Feiere mit uns den Alien Day

Das Ergebnis ist ein spektakulärer, actiongeladener Film, in dem es nur so von Aliens wimmelt und wir zum ersten Mal die Alien-Mutter sehen. Es ist ein völlig anderer Ansatz. Der langsame Horror voller Andeutungen wurde durch Action voller Sprüche ersetzt. Aus den Aliens wurden mordende Monster, die wie ein Insektenschwarm funktionieren und die armen Kolonisten in ihre Brutstätten verschleppen. Die Aliens bekamen so einen interessanten Hintergrund, auf dem bald weitere Adaptionen entstanden. So fanden die Aliens ihren Weg in die Literatur, Comics und Videospiele.

Zuerst werfen wir jedoch einen Blick auf den dritten Film. Er feierte 1992 Premiere und wurde von Regisseur David Fincher gedreht. Nach der Zerstörung der Alien-Königin legt sich Ripley mit dem Rest der Crew in den Kryoschlaf. Sie ahnt nicht, dass die Königin noch zwei Eier auf dem Schiff ablegen konnte. Als an Bord ein Feuer ausbricht und das Schiff bei einer Gefängniseinrichtung abstürzt, wo eine Gruppe von Häftlingen eine alte Gießerei betreibt, ahnt niemand, dass der hinterhältige Facehugger bereits aus den Eiern geschlüpft ist und Ripley selbst infiziert hat. Der zweite Facehugger wartete auf den armen Hund, der dort herumlief.


Der dritte Teil kehrt zum langsameren Tempo des ersten Films zurück. Zum ersten Mal sehen wir einen digitalen Alien. Ein Computermodell ersetzt die früheren aufwendigen Puppen und Kostüme. Es ist nicht dasselbe. Die Zeit und die Technologie waren noch nicht reif, und ich muss sagen, dass der Alien im dritten Film seltsam aussieht. Dennoch ist der Film erfolgreich. Vor allem zeigt er das wahre Gesicht der Weyland-Yutani Corporation. Der geht es nicht mehr um die Rettung von Menschen, sondern darum, den Alien zu bekommen und ihn als biologische Waffe einzusetzen. Als Ripley das begreift und gleichzeitig feststellt, dass in ihrer Brust ein Junges schläft, springt sie in den Tank mit flüssigem Blei, in dem zuvor der ursprüngliche Alien gegrillt wurde. Es scheint, als sei alles vorbei…

Fünf Jahre später, 1997, kehrt Ripley überraschend im Film Alien – Die Wiedergeburt zurück. 200 Jahre sind seit den Ereignissen des dritten Teils vergangen. Der Crew des wissenschaftlich-militärischen Schiffes Auriga gelingt es im achten Versuch, Ripley mitsamt dem Embryo der Königin in ihrer Brust zu klonen. Die Königin wird operativ entfernt und Ellen bleibt als ziemlich interessantes Versuchsergebnis am Leben. Sie ist halb Mensch, halb Alien. Die Alien-Zucht beginnt. Was könnte da schon schiefgehen? Nun, alles. Die Aliens sind nämlich keine stumpfen, sabbernden Tierchen. Sie können sich anpassen und lernen. Es ist daher keine Überraschung, dass sie aus ihrem Zuchtkäfig ausbrechen und die Hölle entfesseln.

45 Jahre Alien: Feiere mit uns den Alien Day

Der vierte Teil wird zwiespältig aufgenommen. Bis heute hat er die niedrigsten Bewertungen der ursprünglichen Tetralogie. Ich mag ihn aber. Mir gefällt die völlig andere, gefährliche Ripley, die zwischen ihrer Loyalität zu den Menschen und den Aliens kämpft. Positiv überrascht hat mich auch die neue Art des Mensch-Aliens, die das ursprünglich eher insektenartige Wesen humanisiert darstellt. Im Ergebnis ist es eher eine Rückkehr zum Action-Konzept. Aber wir ahnten ja nicht, was noch kommen würde!

In der Zwischenzeit gab es eine Flut von Alien-Material. Romane, Comic-Serien, Kurzfilme oder Videospiele. Aus der Figur, deren Design der Schweizer Künstler Hans Rudolf Giger schuf, wurde eine Popkultur-Marke, die die Welt eroberte. Bald verbündete sich der Alien mit einem anderen ikonischen Weltraum-„Monster“ – dem Predator. Ihr ewiger Kampf klingt nicht schlecht, aber die beiden entstandenen Alien vs. Predator-Filme gehören eher zu den oberflächlichen Action-Streifen, die dem anspruchsvolleren Zuschauer nichts Interessantes bieten konnten. Besser funktionierte diese Idee in Videospielen. Zum Beispiel gehört der Titel Aliens Versus Predator aus dem Jahr 1999 zu den unsterblichen Klassikern.

45 Jahre Alien: Feiere mit uns den Alien Day

Aus der Riege der Alien-Spiele muss ich vor allem den Titel Alien: Isolation aus dem Jahr 2017 hervorheben, der das Beste zeigte, was Alien zu bieten hat – knallharten Survival-Horror, bei dem dich jedes Geräusch und jedes Knarren erschreckt. Ich selbst habe lange Stunden im Spiel verbracht, versteckt in einem Schrank… Herrlich.


Wir schreiben das Jahr 2012 und der Film Prometheus kommt in die Kinos. Er sollte die große Rückkehr von Ridley Scott in die Alien-Welt werden. Sein Ziel war es, ein spektakuläres, hochbudgetiertes Prequel zu schaffen, das eine neue Version der Herkunft der Aliens und der Menschheit selbst zeigen sollte. Das Ergebnis war jedoch ernüchternd. Der Film spaltete die Fans. Die einen mochten ihn, die anderen halten ihn für Müll, der aus den ursprünglichen Aliens eine verwirrte Farce machte. Ich zähle mich stolz zur zweiten Hälfte. Ich halte Prometheus für ein Drehbuch-Desaster, in dem die Charaktere versuchen, sich so unlogisch wie möglich zu verhalten, Szenen oft keinen Sinn ergeben und es nur so von Kraken, seltsamem Schleim und wer weiß was noch wimmelt. Ich verstehe nicht wirklich, warum es dazu kam, und dann gaben sie es auch noch einem Drehbuchautoren-Duo, das Alien entweder nie gesehen oder nicht verstanden hat. Prometheus ist misslungen und am liebsten würde ich ihn vergessen.

45 Jahre Alien: Feiere mit uns den Alien Day

Viel besser erging es leider auch Scotts nächstem Versuch nicht – Alien: Covenant. Ja, der Film versucht glücklicherweise stärker an die ursprünglichen Aliens anzuknüpfen. Er präsentiert den Xenomorph in einer klassischeren Form. Das Drehbuch landete aber wieder bei einem anderen Duo von Unfähigen, die den Film mit stumpfsinnigen Charakteren überfluteten, deren einzige gute Eigenschaft ist, dass sie effektvoll sterben… Ja, ich verstehe, dass die Hauptaufgabe von Filmen Unterhaltung ist, aber niemand kann erwarten, dass Fans all diese unlogischen Schnitzer, dummen Dialoge und pseudo-philosophischen Sprüche einfach so hinnehmen. Dabei halte ich Ridley für einen fähigen Regisseur, der gute Filme machen kann. Nur lasst ihn um Himmels willen nicht mehr an die Aliens ran!

45 Jahre Alien: Feiere mit uns den Alien Day

Wie geht es weiter? Im August dieses Jahres kommt Alien: Romulus in die Kinos. Ein Film, in den die Fans große Hoffnungen setzen. Scott wurde glücklicherweise durch den uruguayischen Regisseur Fede Alvarez ersetzt, der einige ordentliche Horrorfilme auf dem Konto hat. Es soll eine Rückkehr zu den Wurzeln werden, und Gerüchte verbreiten sich, dass es gar nicht so schlecht werden könnte! Ich drücke die Daumen. Gleichzeitig ist eine Serie in Produktion, die die Ereignisse zwischen dem ersten und zweiten Alien-Film einfangen soll. Wir dürfen sie irgendwann 2025 erwarten. Auch einige große Spiele sind in der Entwicklung, hoffen wir, dass eine Fortsetzung des fantastischen Alien: Isolation dabei ist.


Alien ist eine Ikone, die die ganze Welt kennt und die uns sicher noch eine Weile begleiten wird. Dank des zeitlosen Giger-Designs wird er noch weitere Generationen von Zuschauern erschrecken. Alien greift auf eine gewisse Weise grundlegende menschliche Instinkte an. Er erregt Angst durch seine Unmenschlichkeit, seine tierische Insektenhaftigkeit. Alien ist ein Spitzenprädator, ein Monster, das darauf ausgelegt ist, jede Konkurrenz schnell zu eliminieren und sich zu vermehren. Wenn die Menschheit in ferner Zukunft jemals auf eine außerirdische Rasse trifft, hoffen wir, dass sie den Aliens so wenig wie möglich ähnelt.

Autor Karel Krajča

Karel Krajča

Karel Krajča

Šéfredaktor, content creator a organizátor festivalu Fantastická Ostrava. Fanoušek fantastiky, videoher, deskových her a popkultury obecně. Příležitostný milovník malování figurek a craftení všeho druhu. Hudební závislák a amatérský znalec fyziky a matematiky.

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