Wenn du mit Dřevárny oder LARPs anfängst, ist es gut zu wissen, dass ein zumindest minimales Kostüm für die Teilnahme an den meisten Veranstaltungen Voraussetzung ist. Bevor du dich an das Kostüm machst, überlege dir, welche Rolle du im Spiel verkörpern wirst. Für den Anfang empfehle ich, ein universelles Kostüm herzustellen oder zu kaufen, das du für mehrere Veranstaltungen in verschiedenen Rollen nutzen und nur mit Accessoires aufwerten kannst. Erst wenn du zum Beispiel eine feste Gruppe gefunden hast, mit der du regelmäßig denselben Charakter spielst, solltest du dich auf dessen spezifisches Kostüm konzentrieren. Wenn du dein Kostüm selbst anfertigst, ist es für den Anfang besser, einfache Oberteile zu nähen, anstatt sich sofort an komplizierte Gewänder und Wämser zu wagen. Ein schlichtes Kostüm sieht immer besser aus als ein misslungenes kompliziertes.
Das einfachste Oberteil, das die Basis eines Kostüms bilden kann, ist ein Waffenrock. Der Waffenrock ist ein Überwurf aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, den Kämpfer und Soldaten über der Rüstung trugen. Er hat einen einfachen Schnitt und bedeckt einen Großteil der Figur… Du kannst den Waffenrock mit einem Abzeichen auf der Brust ergänzen, aber wähle es mit Bedacht – wenn du dir z. B. den Baum von Gondor auf den Waffenrock malst, ist es schwierig, in diesem Kostüm die Rolle eines Orks zu spielen… Eine weitere universelle Variante ist ein schlichtes Hemd oder eine Tunika. Wenn du das Kostüm selbst herstellst, musst du Stoff besorgen. Vermeide unnatürliche Materialien und versuche nicht, um jeden Preis zu sparen. Mit Baumwolle oder Leinen machst du nichts falsch. Schnittmuster findest du im Internet oder in Fachliteratur über mittelalterliche Kleidung.
Was die Hosen betrifft – hier lässt sich oft sparen. Wenn du ein langes Hemd/Waffenrock und hohe Stiefel trägst, sind von der Hose meist nur die Knie zu sehen, also musst du dir darüber keine Gedanken machen. Falls du dich in Zukunft doch entscheidest, dein Kostüm um eine Hose zu erweitern, bedenke, dass es nicht einfach ist, ein gut sitzendes Modell zu nähen. Eine einfachere Wahl ist ein Rock mit hohen Schlitzen oder die Anpassung einer vorhandenen Hose (Färben usw.). Eine weitere Variante ist das Nähen von Beinlingen – diese sind vom Schnitt her relativ einfach (zu finden z. B. auf den Seiten von Wothanburk).
Die Wahl des Schuhwerks ist für einen beginnenden LARPer einfach – historische Schuhe sind recht teuer, also bleibt nichts anderes übrig, als Kampfstiefel, Martens oder Trekkingschuhe zu verwenden – ich empfehle jedoch, diese mit Gamaschen aus Leder oder Fell zu kaschieren. Was definitiv nicht gut aussieht, sind helle Turnschuhe.
Für den Abend am Lagerfeuer wärmt dich ein Umhang recht gut. Ich empfehle nicht, ihn mit in die Schlacht zu nehmen, da man darin schlecht rennen und kämpfen kann. Achte bei der Materialwahl vor allem auf den Verwendungszweck – ein Umhang aus grobem Diftin wärmt dich mehr als dünnes Leinen, andererseits ist er im Sommer unerträglich. Der Schnitt eines Umhangs ist sehr einfach, meist handelt es sich um einen ganzen, dreiviertel, halben oder viertel Kreis. Beachte jedoch, dass du selbst für einen Halbkreis-Umhang eine große Menge Stoff benötigst, sodass die Investition teuer werden kann.
Zum Schluss noch ein paar Tipps zur Ergänzung des Kostüms.
- Eine Gugel mit langer, spitzer Kapuze sieht ziemlich effektvoll aus – je nach Schnitt kann sie auch ein durchschnittlich begabter Mensch nähen.
- Ich empfehle, jedes Kostüm dezent mit z. B. Anhängern, Armbändern oder einer Gürteltasche sowie einer interessanten Kopfbedeckung abzurunden.
- Im Grunde sieht Gesichtsbemalung immer gut aus. Wenn du jedoch grafisch nicht begabt bist, wähle lieber einfache Muster oder bitte talentiertere Begleiter um Hilfe…