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Batman im Comic: Unsere TOP 5

Batman feiert Geburtstag! Mit 84 sieht er immer noch gut aus und es scheint, als würde er noch eine Weile bei uns bleiben. Welche Batman-Comics sind lesenswert? Wir haben fünf ausgewählt.

Batman im Comic: Unsere TOP 5

Wir schreiben das Jahr 1939. Zwei Freunde gründen Hewlett-Packard, Papst Pius XII. tritt sein Amt an, Deutschland besetzt die Tschechoslowakei und der Rest der Welt bereitet sich mehr oder weniger auf einen globalen Krieg vor. Eine der wenigen positiven Nachrichten kommt aus den USA. Im Mai erscheint die 27. Ausgabe des Comics Detective Comics, in der die Autoren Bob Kane und Bill Finger einen Typen vorstellen, der sich gerne als Fledermaus verkleidet – den Bat-Man. Es dauerte nicht lange, bis Bruce den Bindestrich verlor und wir den Batman haben, den wir heute kennen. Also 84 Jahre später.

Die erste Batman-Geschichte hieß The Case of the Chemical Syndicate. Es ging um die Untersuchung des Mordes an einem Chemiehersteller. Commissioner Gordon unterhält sich mit seinem Freund, dem jungen Millionär Bruce Wayne, als er von dem Mord erfährt. Beide begeben sich zum Tatort. Als die Situation kompliziert wird, muss Bruce natürlich verschwinden, und ein Herr mit schwarzem Umhang und Ohrenmaske taucht auf der Bildfläche auf. Natürlich geht am Ende alles gut aus, und als Gordon die ganze Geschichte erzählt, glaubt ihm Bruce natürlich nicht. Gordon denkt sich, dass Bruce Wayne zwar ein netter junger Mann ist, aber ein ziemlich langweiliges Leben führt…

Batman im Comic: Unsere TOP 5

Seitdem hat Batman wirklich viel erlebt und unzählige Gegner besiegt. Der Joker selbst ist nur ein Tropfen im Ozean, auch wenn er sich einen festen Platz an der Sonne erkämpft hat. Egal, ob Batman in ein alternatives Universum reist oder nur in den Straßen seiner Heimatstadt Gotham kämpft, es beginnt immer mit einem Mord. Genauer gesagt mit dem Mord an seinen Eltern. Diese Geschichte ist so ikonisch und wurde so oft neu erzählt, dass ich langsam allergisch darauf reagiere. Muss man diesen Fakt wirklich jedes Mal aufs Neue wiederholen?

Von Anfang an wurde Batman als dunkler Gegenpol zum sonst fast kitschig anständigen Superman konzipiert. Die Geschichten wimmeln von Leichen, Abwasserkanälen und einem nächtlichen Himmel, der von Blitzen durchzuckt wird. Batman ist zwar der beste Detektiv der Welt, der dunkle Ritter, der Kreuzritter im Umhang – kurzum ein harter Kerl, der keine Angst hat, kopfüber vom Dach in den Kanal zu springen, aber er ist immer noch voller Zweifel und düsterer Gedanken. Ich wundere mich, dass er immer noch an dem Grundsatz festhält, niemanden zu töten… Das ist wohl auch der Grund, warum Batman regelmäßig als der beliebteste Comic-Held bezeichnet wird.

Batman im Comic: Unsere TOP 5

Diesmal lassen wir Filme, Serien oder Videospiele beiseite und schauen uns dort um, wo Batman angefangen hat: bei den Comics. Fans sind ein schwieriges Völkchen, das weiß jeder. Comic-Fans natürlich auch! Dass sie sich auf etwas einigen, ist ein Wunder. Also werde ich wohl kaum behaupten, dass ich dir die absolut besten Batman-Comicbücher zeige, aber ich habe genug gelesen, um Munition für eine eventuelle Verteidigung zu haben. Ich mag Batman. Er ist einfach ein sympathischer Typ. Die Drehbuchautoren versuchen, ihn in ausweglose und verzweifelte Situationen zu bringen, das Elend tropft von der Decke, im Hintergrund der Sprechblasen hört man Kinder weinen und das Blut des zerrissenen Batman läuft dir in den Schoß. Aber er ist eben Batman und muss immer im letzten Moment unerwartet aufstehen und gewinnen. Das ist vielleicht nicht überraschend und logisch, aber nach all der Zeit ist dieser Kontrast eklatant und hat mich immer ein wenig gestört. Deshalb weiß ich Geschichten zu schätzen, die etwas mehr bieten.

Frank Miller: Die Rückkehr des Dunklen Ritters und Das erste Jahr

Ich bin wohl Captain Obvious, oder? Nun, an Batman zu denken und Frank Miller (übrigens der Autor des Kultwerks 300 oder Sin City) zu vergessen, ist praktisch unmöglich. Miller entschied sich 1986, Batman neu zu starten. Er schmiss alle Abzweigungen, alternativen Realitäten und die überraschende Menge an bunt gekleideten jungen Jungs um ihn herum über Bord und präsentierte uns Batman so, wie wir ihn heute kennen – als müden, langsam alternden Millionär, der sich nachts die Knöchel ruiniert, während er im Regen über Dächer rennt. Eine heute ikonische Geschichte, die allerdings für heutige Verhältnisse recht altmodisch erzählt wird, und ich muss zugeben, dass sie modernen, actionverwöhnten Lesern vielleicht nicht ganz zusagt. Aber dieses Cover! Eine Pracht. :) Und hier kommt es auch zum Duell zwischen Batman und Superman. Rate mal, wer gewinnt?

Batman im Comic: Unsere TOP 5

Frank Miller ist immer wieder zu Batman zurückgekehrt. Wenn ich schon sein Werk Die Rückkehr des Dunklen Ritters erwähne, das praktisch das Ende von Batman erzählt, muss ich auch Das erste Jahr nennen. Wie der Name schon sagt, ist es die 152. Iteration der Anfänge von Batman. Bruce Wayne und zufällig auch James Gordon kehren nach Gotham zurück. Sie sind voller Enthusiasmus und Ideale, aber die grausame Realität der Großstadt voller Korruption und Verbrechen verdirbt ihnen sehr schnell die Laune. Es ist klar, dass es ohne ihre Zusammenarbeit nicht gehen wird. Miller versucht in diesem Buch einen weiteren Neustart dieses Helden und das gelingt ihm sehr gut. Ich persönlich mag Das erste Jahr aber deshalb, weil es keinen großen Bösewicht gibt, der beim Morden der Bevölkerung einen Spruch nach dem anderen klopft. Hier ist die Stadt selbst der „Gegner“ und das harte Leben in ihr.

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Grant Morrison, Dave McKean: Arkham Asylum

Manchmal siegt die Form über den Inhalt. Was ich persönlich überhaupt nicht als schlechte Lösung betrachte. Der schottische Autor Grant Morrison ist in der Comicwelt definitiv ein Begriff, den man nicht auf die leichte Schulter nehmen darf. In dieser Geschichte ist Batman gezwungen, die bekannte Einrichtung Arkham zu besuchen, die als Gefängnis und Irrenanstalt für die größten Bösewichte dient. Ich wundere mich persönlich ein wenig, dass Batman und die Ordnungskräfte in Gotham sich überhaupt damit aufhalten, denn die meisten Bösewichte kommen dort schneller wieder raus, als man die Zelle hinter ihnen schließen kann. Der Grund für den Besuch in Arkham ist ein Aufstand. Batman geht durch die dunklen Korridore der Anstalt, erfährt Details aus ihrer Geschichte und plaudert mit ihren Bewohnern. Am Ende gibt es auch etwas Übernatürliches. Insgesamt ist es nichts, bei dem man vor Staunen vom Stuhl fällt. Aber dann ließen sie Herrn McKean an das Drehbuch. Den McKean, der zum Beispiel für die Cover von Sandman von Neil Gaiman verantwortlich ist. Nun, dieser Herr McKean ist ein sehr geschickter Künstler und hat in diesem Buch sein Können auf eine Weise gezeigt, die man so schnell nirgendwo anders sieht. Seine Seiten sind voller Bewegung, Wahnsinn, Dunkelheit und Farben. Ein Genuss!

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Alan Moore, Ed Brubaker: Batman: The Killing Joke und andere Geschichten

In diesem Buch findest du mehrere Geschichten. Einerseits die Geschichte Der Mann, der lacht von meinem persönlichen Favoriten Ed Brubaker, was eigentlich eine Nacherzählung des ersten Treffens von Batman und dem Joker ist. Was soll ich sagen, es war Liebe auf den ersten Blick… Der zweite große Teil ist jedoch die Geschichte The Killing Joke vom Comic-Gott Alan Moore (Watchmen, V wie Vendetta, From Hell und andere Wunderwerke). Es ist eine Geschichte über den Joker, im Grunde sein Ursprung, und um Batman geht es da eigentlich gar nicht. Der Comic stellt die Frage: Wie viel kann ein Mensch ertragen, bevor er wahnsinnig wird? Es stellte sich heraus, dass der Joker viel ertragen hat, aber umso größer war am Ende der Bruch. Es ist eine rohe Geschichte, die nichts beschönigt. Sie enthält Szenen, die sich tief in dein Gedächtnis einbrennen.

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Ich muss zugeben, dass ich oft an ihn denke, und ich weiß selbst nicht warum. Als ich ihn zum ersten Mal im Comic-Magazin Crew gelesen habe, hat er mich so stark beeindruckt, dass er mich immer wieder einholt. Und darüber bin ich definitiv froh. Denn Moore hat perfekt verstanden, wie ein Comic funktionieren muss und wie man ihn schreibt, und The Killing Joke ist ein Paradebeispiel dafür.

Bevor wir zu meinem letzten Tipp kommen, muss ich noch einen Herrn erwähnen. Das ist der amerikanische Autor Scott Snyder, der Batman etwa im Jahr 2011 übernahm. „Bäťa“ ist in seiner Darstellung voller Action und unerwarteter Wendungen, weicht aber leider nicht sehr von der etablierten Formel „der zerstörte Held löst im letzten Moment mit letzter Kraft alles auf einmal“ ab. Sein Der Rat der Eulen, Die Stadt der Eulen, Zero Year oder Der Tod der Familie und Endgame sind definitiv lesenswert. Am Ende wagte er sich auch an etwas mutigere Stücke. The Batman Who Laughs oder die Serie Dark Nights: Metal zeigen unseren gehörnten Helden in einer deutlich dunkleren Ebene.

Batman im Comic: Unsere TOP 5

Batman: Der dunkle Prinz

Der Italiener Enrico Marini widmet sich normalerweise nicht Batman. Er hat aber eine eigenständige und abgeschlossene Geschichte geschrieben. Auf den ersten Blick ist es nur ein weiteres Treffen der beiden „Haupt“-Helden, Batman und Joker, die wir schon unzählige Male gesehen haben. Es tauchen auch andere bekannte Charaktere auf und die Haupthandlung besteht darin, dass der Joker Batman wieder dazu zwingt, etwas zu tun, was er selbst nicht will. Batman hat dafür aber einen sehr guten Grund. Der Joker hält nämlich irgendwo im Keller ein kleines Mädchen gefangen, das Batmans Tochter sein könnte oder auch nicht. Es ist auf den ersten Blick eine Kleinigkeit, aber plötzlich ändert dieses Motiv den Spielstil und man hat sofort das Gefühl, dass es um mehr geht, als sich nur gegenseitig die Fresse zu polieren. Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst Vater bin und es deshalb jetzt anders sehe. Enrico Marini ist ein geschickter Autor, aber auch ein noch geschickterer Künstler. Seine ganzseitigen Zeichnungen rauben einem den Atem und alles sieht zudem noch sehr gut aus. Zum Beispiel Catwoman im durchsichtigen Nachthemd :)

Batman im Comic: Unsere TOP 5

Was ist dein liebster Batman-Comic?


Autor Karel Krajča

Karel Krajča

Karel Krajča

Šéfredaktor, content creator a organizátor festivalu Fantastická Ostrava. Fanoušek fantastiky, videoher, deskových her a popkultury obecně. Příležitostný milovník malování figurek a craftení všeho druhu. Hudební závislák a amatérský znalec fyziky a matematiky.

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