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Resident Evil: Requiem im Test: Nur ein weiterer Nostalgie-Trip?

Ist Resident Evil: Requiem ein neuer Hit oder nur ein Aufguss alter Teile? Finde heraus, wie sich Leon Kennedy 2026 im Kampf gegen Zombies schlägt.

Resident Evil: Requiem im Test: Nur ein weiterer Nostalgie-Trip?

Die Resident Evil-Reihe kehrte 2026 mit dem Titel Requiem zurück, der eine düstere Rückkehr zu den Wurzeln sowie moderne Action verspricht. Das Spiel verknüpft das Schicksal der neuen Heldin Grace mit dem altbekannten Leon Kennedy in einer Kulisse, die an die goldene Ära des Survival-Horrors erinnern soll. Fans weltweit waren gespannt, ob dieser Teil den Schatten der erfolgreichen Remakes überwinden und frischen Wind in die Serie bringen kann oder ob er sich nur auf bewährten Elementen ausruht. Schauen wir uns an, was aus diesem ambitionierten Projekt geworden ist.

Als eigenständiges Spiel der Resident Evil-Reihe ist es ganz in Ordnung. Ohne Leon hätte ich es für einen unterdurchschnittlichen bis mittelmäßigen Titel voller Logiklöcher und Nostalgie-Köder gehalten. Mit Leon wird es zu einem leicht überdurchschnittlichen Erlebnis, das stark auf „Memberberries“ setzt. Es gibt nur zwei Bereiche, in denen du wirklich erkunden kannst und die klassischen Survival-Horror-Elemente genießt, die wir von Resident Evil erwarten. Der Rest wird von erzwungenen Laufpassagen, der Erkundung enger Korridore und einer Überdosis geskripteter Animationen dominiert. Beim dritten Durchgang habe ich nur noch geseufzt.

Das bedeutet aber nicht, dass ich die zahlreichen Anspielungen nicht genossen hätte, die nichts mit früheren RE-Spielen zu tun hatten – Ähnlichkeiten zu neueren Filmen wie The Gorge oder Barbarian und sogar zu den The Walking Dead-Comics (Leons Einsatz der Axt ist fast identisch mit Ricks Zombie-Eliminierungsszenen). Diese Anspielungen waren unterhaltsam.

Story und Charaktere

Das ist der schwächste Teil des Spiels. Grace als Hauptfigur ergibt einfach keinen Sinn. Leon ist in Ordnung, aber genau wie im RE4-Remake ist er viel zu ernst geschrieben. Seine Sprüche zünden meistens nicht, und davon gibt es ohnehin viel zu wenige. Nach Death Island, das zwar albern, aber wenigstens unterhaltsam war, dachte ich, Leon wäre wieder in Form.

Die Geschichte und die Charaktere wirken ziellos. Besser gesagt: Sie versuchen krampfhaft, ernst und dramatisch zu sein, aber Leons Kommentare wirken wie Pflichtprogramm. Die zurückkehrenden Charaktere der Serie sind extrem unterfordert; es wirkt, als müssten sie gar nicht da sein. Das Ende deutet zudem das Erscheinen weiterer bekannter Charaktere ohne echten narrativen Grund an – offensichtlich nur, um DLCs zu verkaufen.

Die Menge an Nostalgie-Elementen ist überwältigend: Bosse, Sprüche, Schauplätze – fast die Hälfte des Spiels ist aus älteren Titeln recycelt. Originalität ist Mangelware. Auch Retcons gibt es zuhauf, was ich bei modernen Medien, die sich stark auf das stützen, was wir vor 20 bis 30 Jahren geliebt haben, leider akzeptieren musste – während sie es gleichzeitig umschreiben, um in die neue Geschichte zu passen.

Gameplay: Ein kurzer Ausflug in den Korridor

Wie bereits erwähnt, glänzt das Spiel, wenn es dir eine klassische offene Karte mit Rätseln und Gegnern bietet. Leider gibt es davon nur zwei Bereiche. Der Rest ist im Grunde ein Korridor-Simulator im Stil von FFXIII, mit erzwungenen Dialogen und langsamen, geskripteten Animationen.

Grace soll den Survival-Horror repräsentieren, Leon die Action. Aber wenn du ein bisschen Grips hast, findest du schnell heraus, wie du Gegner als Grace tötest oder ihnen ausweichst, und die Horror-Atmosphäre verfliegt. Bei Leon geht es nur um mehr Gegner, mehr Munition, mehr Geballer. Du kannst deine Waffen mit Zubehör verbessern, aber das hat kaum Auswirkungen – nichts im Vergleich zu den Upgrade-Systemen im ursprünglichen RE4 oder dessen Remake.

Das „Blut-Crafting“ bei Grace wirkt schwach und unnötig. Ich habe es beim ersten Durchgang benutzt, dann nochmal für die Achievements, und danach komplett ignoriert.

Zudem ist das Spiel sehr kurz. Mein erster Durchgang dauerte siebeneinhalb Stunden, wobei ich alles gründlich erkundet und alle Notizen gelesen habe. Nach drei Durchgängen hatte ich alle Achievements. Zum Vergleich: Im RE4 Remake habe ich über 100 Stunden und immer noch nicht alles erledigt.

Fazit: Enttäuschung für Veteranen, Durchschnitt für Neulinge

Es ist ein sehr zwiespältiges Erlebnis. Ich habe die Karten im Stil des echten Resident Evil und die Anspielungen auf Medien außerhalb der Serie genossen. Aber das Spiel ist zu kurz, zu einfach, bietet kein befriedigendes Finale und verlässt sich zu sehr auf Nostalgie.

Wenn du eher ein Gelegenheitsfan bist oder nur die Remakes gespielt hast, könnte dir das Spiel gefallen. Für mich ist jedoch der größte Beweis für die schwache Story und die Charaktere, dass nach dem Durchspielen nicht die Frage „Wie geht die Geschichte weiter?“ im Raum stand, sondern: „Mit wem ist Leon verheiratet?“

6/10. Leicht überdurchschnittlich. Und falls du Barbarian oder The Gorge nicht gesehen hast, empfehle ich das nachzuholen.

Janko “Rys” Janek

Janko “Rys” Janek

Jsem Rys a jsem cosplayer. Když zrovna netvořím, rád hraju akční RPG a taktické strategie, koukám na filmy nebo seriály. Také rád píšu o věcech, které mě zaujmou.

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