Rezension zum Brettspiel Das Ding aus einer anderen Welt
Eine Gruppe von Menschen sitzt um den Tisch, die Zähne klappern vor Kälte und sie werfen ihren Kollegen ständig nervöse Blicke zu. Auf dem Tisch stehen Schalen mit Blutproben und der Anführer erhitzt gerade ein Stück Draht mit einem Flammenwerfer. Und dann ist da noch dieser verfluchte Hund unter dem Tisch, der ständig so seltsam knurrt…
Die Antarktis-Station liegt in tiefer Dunkelheit. Eine Gruppe von Menschen sitzt um den Tisch, die Zähne klappern vor Kälte und sie werfen ihren Kollegen ständig nervöse Blicke zu. Auf dem Tisch stehen Schalen mit Blutproben und der Anführer erhitzt gerade ein Stück Draht mit einem Flammenwerfer. Und dann ist da noch dieser verfluchte Hund unter dem Tisch, der ständig so seltsam knurrt…
Als der Horrorfilm Das Ding aus einer anderen Welt (The Thing) im Jahr 1982 in die Kinos kam, stieß er nicht gerade auf Begeisterung. Viele Kritiker der damaligen Zeit bezeichneten den Film schlicht als Schund. Mit der Zeit änderte sich jedoch alles und „Das Ding“ wurde zum Kult und zu einem der bedeutendsten Sci-Fi-Horrorfilme aller Zeiten. Das ist übrigens vielen Filmen des berühmten Regisseurs John Carpenter passiert. Heute zweifelt niemand mehr daran, dass seine Adaption der Novelle Who Goes There? zum goldenen Fundus der Weltkinogeschichte gehört. Auch wenn sie auf eine ziemlich eklige Art und Weise dorthin gelangt ist…

Das mysteriöse, mutierende Etwas aus dem All hat sich fest in der Popkultur etabliert. Es gab Comics, Bücher, ein großartiges Videospiel, ein schwaches modernes Remake (2011) und einige Brettspiele. Der Staub der Geschichte hat die meisten dieser Brettspiele längst begraben. Heute schauen wir uns jedoch das neueste davon an – Das Ding: Das Brettspiel aus dem Jahr 2021, das mittlerweile auch auf Tschechisch erschienen ist.
Das Ding ist ein Brettspiel für 1 bis 8 Spieler. In diesem Fall könnte man sagen: Je mehr, desto besser. Die Spieler schlüpfen in die Rollen der Filmfiguren, erhalten die einfache Aufgabe, den Betrieb der Station aufrechtzuerhalten und sich im Notfall zu evakuieren. Doch unter der Besatzung ist jemand, der dort nicht hingehört. Ein Außerirdischer, ein infektiöses Etwas, das sich durch Berührung verbreitet. Ein mutierender Abschaum, dank dem dir zusätzliche Beinchen, Äuglein und Tentakel aus dem Körper wachsen. Es ist klar, dass dieses Ding unter keinen Umständen die Station verlassen darf. Aber wie soll das gehen, wenn sich das Ding unauffällig im Körper eines Opfers versteckt, das auf den ersten Blick völlig normal aussieht? Jeder ist verdächtig. Jeder Schritt und jede Bewegung des anderen ist verdächtig. Die Paranoia steigt! Und genau das ist das Hauptelement des gesamten Brettspiels. Ich muss in einem Atemzug hinzufügen: Es macht auch verdammt viel Spaß!

Der Spielplan ist in mehrere Räume unterteilt, die meisten dienen dem normalen Betrieb der Station. Je nach Wetterlage musst du den Stromgenerator, die Heizung und die Nahrungsvorräte im Auge behalten. Du kannst einen Evakuierungshubschrauber rufen, das Schneemobil reparieren oder den eigenen Hubschrauber startklar machen. Du hast die Möglichkeit, nach neuer Ausrüstung zu suchen, die später sehr wichtigen Bluttests zu erforschen und jemand muss auch ständig die Hunde einfangen, die durch die Station streunen. Jeder Spieler hat eine Aktion und der Stationsleiter bestimmt, welche ausgeführt wird.

Das Ding gehört zu den Spielen, deren Regeln ein erfahrener Spieler in fünfzehn Minuten erklären kann, und nach einer Runde ist selbst dem Frostigsten am Tisch klar, was zu tun ist. Der Clou ist, dass einer der Spieler der geheime Außerirdische ist, der die Station sabotieren kann. Wenn er jemanden trifft, hat er eine 50-zu-50-Chance, seinen Kollegen zu infizieren. Oder er kann sich direkt öffentlich offenbaren und offen terrorisieren. Andernfalls muss man vorsichtig vorgehen und Paranoia unter den anderen verbreiten. Am Ende kommt es nämlich zur Evakuierung und der am wenigsten verdächtige Spieler entscheidet, wen er mitnimmt und wen nicht. Die Menschen verlieren, wenn alle sterben oder den Außerirdischen nicht entlarven, der sich in den Hubschrauber schleicht. Und das Ding muss die anderen töten oder fliehen. Wenn dich die vollständigen Spielregeln interessieren, findest du sie zum Beispiel hier.

Das Ding gehört definitiv nicht zu den komplizierten Spielen. Die Ikonografie ist übersichtlich und wenn man es genau nimmt, ist der Spielinhalt selbst einfach und letztlich auch relativ zeitsparend. Das Spiel macht also auch weniger erfahrenen Spielern Spaß. Gerade die Interaktion zwischen den Spielern, die ständigen Zweifel und das gegenseitige Verdächtigen sind der Hauptinhalt des Spiels. Mit den richtigen Leuten, die sich in ihre Rollen hineinversetzen können, erwartet dich ein großartiger Spaß voller lustiger Momente. Es gibt nichts Besseres, als die anderen davon zu überzeugen, dass dein völlig unschuldiger Freund der Außerirdische ist, den man um jeden Preis zwischen den Trümmern der brennenden Station erfrieren lassen muss. Das Ding: Das Brettspiel wird von acht von zehn mutierenden Außerirdischen empfohlen!
Autor Karel Krajča
Karel Krajča
Šéfredaktor, content creator a organizátor festivalu Fantastická Ostrava. Fanoušek fantastiky, videoher, deskových her a popkultury obecně. Příležitostný milovník malování figurek a craftení všeho druhu. Hudební závislák a amatérský znalec fyziky a matematiky.
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