Rezension zum Brettspiel Monumental
Wie wäre es, wenn Samurai gegen Wikinger oder das alte Ägypten gegen China antreten würden? Spiele das Brettspiel Monumental und finde es heraus!
Was findest du im Artikel?
Hast du dich jemals gefragt, wie es wohl wäre, wenn Samurai gegen Wikinger oder das alte Ägypten gegen China antreten würden? Im Zivilisationsspiel Monumental wirst du zum Anführer einer Fraktion und findest vielleicht die Antwort auf einige dieser Fragen. Schaffst du es, deine Gegner zu besiegen und ein berühmter Eroberer zu werden?
Monumental stammt vom Autor Matthew Dunstan und ist für 1 bis 4 Spieler (ab 10 Jahren) ausgelegt. Eine Partie dauert etwa 90 bis 120 Minuten. Die Schachtel hat zwar Standardmaße, ist aber bis oben hin mit Spielmaterial gefüllt. Alle Komponenten und Karten sind von guter Qualität. Das Kartendesign ist wirklich gelungen und unterstreicht die Atmosphäre des Spiels. Neben den Regeln enthält das Spiel ein Szenarioheft für den Aufbau der Karte.
Wie spielt man es?
Das erste „Minispiel“ erwartet dich bereits in der Vorbereitungsphase. Wie bei anderen Spielen üblich, liest man zu Beginn der Anleitung, wie man das Brettspiel aufbaut und schaut sich ein Bild an, um zu prüfen, ob alles stimmt. Doch die Regeln von Monumental sind anders… Zwar steht in der Anleitung, wie man das Spiel aufbaut, aber es gibt nirgendwo eine Übersicht der Komponenten. Du erstellst zwar anhand des Szenariohefts die Karte, aber bei allem anderen bist du mehr oder weniger auf dich allein gestellt. Wenn dich das Spiel also auffordert, Marktplatz-Marker vorzubereiten oder Kultur-Marker auf einen Stapel zu legen, wirst du verzweifelt die Schachtel durchwühlen und raten, welcher Marker wohl gemeint ist. Sobald du dich durch die umständlich geschriebenen Regeln gekämpft hast, musst du dich für eine der fünf Fraktionen entscheiden: China, Dänemark, Ägypten, Griechenland oder Japan. Nimm dir alle dazugehörigen Komponenten und schon kann es losgehen!

Monumental kombiniert Area Control (Gebietskontrolle) mit Deck Building (Deckbau). Jeder Spieler hat sein eigenes Startdeck und bildet aus neun gezogenen Zivilisationskarten ein 3x3-Quadrat, das seine Stadt darstellt. Zu Beginn seines Zuges dreht der Spieler nach Wahl Karten in einer Reihe und einer Spalte seiner Stadt um. Auf den Zivilisationskarten befinden sich Symbole, mit denen der Spieler Produktions-, Wissenschafts- oder Militär-Marker erhalten kann. Diese Marker ermöglichen es, Aktionen auszuführen: Militär- oder Entdecker-Marker auf der Karte bewegen, Wissenskarten kaufen, Weltwunder bauen, Kulturpolitiken etablieren und Entwicklungskarten erhalten.
Die Kämpfe sind absolut simpel. Du brauchst weder Würfel noch Kampfkarten. Du addierst die Verteidigung des jeweiligen Hexfeldes mit der Stärke deiner Einheiten und vergleichst sie mit der Stärke des angreifenden Spielers. Wer mehr Stärke hat, gewinnt die Schlacht und erobert das Gebiet. Sobald ein Spieler alle Aktionen ausgeführt hat, legt er die benutzten Karten ab, zieht neue nach und der nächste Spieler ist an der Reihe. Das Spiel ist in drei Zeitalter unterteilt: Antike, Mittelalter und Moderne. Mit deiner Fraktion durchläufst du die gesamte Geschichte, vom Bau von Stonehenge bis zur Raumstation. Monumental bietet zudem drei Erweiterungen: Helden, Monster und das Zeitalter der Renaissance, die du nach Belieben hinzufügen kannst.

Helden erhältst du über die Entwicklungskarten; sie unterstützen dich bei verschiedenen Aktionen und Strategien. So kann deine Fraktion beispielsweise von Jeanne d’Arc, William Shakespeare oder Kleopatra angeführt werden. Monster stellen Herausforderungen für jeden Spieler dar, für die man Punkte erhält. Das Zeitalter der Renaissance verlängert das Spiel um eine Epoche. Außerdem bietet das Spiel eine „Automa“, ein kartengesteuertes System für einen weiteren Spieler. Die Automa kannst du sowohl im Solospiel als auch als Ergänzung in Mehrspielerpartien nutzen.

Es gewinnt der Spieler, der am Ende die meisten Punkte hat. Diese werden jedoch nicht während des Spiels, sondern erst ganz zum Schluss gezählt. Punkte gibt es beispielsweise für jede kontrollierte Provinz, jede Wissenskarte oder jedes gebaute Weltwunder.
Unsere Eindrücke?
- Die Auswahl der Fraktionen ist interessant – jede spielt sich ein wenig anders.
- Die Karte besteht aus modularen Hexfeldern, die sehr gut ineinandergreifen. Die Karte verschiebt sich auch dann nicht, wenn man versehentlich gegen den Tisch stößt.
- In der tschechischen Version sind die Militär-Marker aus Pappe, während sie in der englischen Version aus Plastikfiguren bestehen. Das Fehlen der Figuren mag manche stören, aber dadurch ist das Spiel ein Drittel günstiger und zugänglicher. Ich persönlich finde, dass sich die Papp-Marker auf der Karte besser handhaben lassen.
- Der Spieler am Zug muss gut überlegen, welche Karten er in seiner Stadt aktiviert, um das Maximum an Aktionen herauszuholen. Je länger man nachdenkt, desto länger dauert der eigene Zug, was manchmal zu langen Wartezeiten zwischen den Spielern führt.
- Die Kombination aus Area Control und Deck Building ist großartig und beide Mechaniken ergänzen sich wunderbar.
- Aufgrund der Komplexität würde ich das Spiel eher für leicht fortgeschrittene Spieler empfehlen. Nicht, dass es zu kompliziert wäre, aber ein Neuling braucht Zeit, bis er die vielen Kombinationen verinnerlicht hat.
- Das Spiel erzeugt sehr interessante Situationen, in denen etwa Japan den Koloss von Rhodos baut oder die Wikinger Notre-Dame errichten. Diese kulturelle „Verzerrung“ macht mir riesigen Spaß und ich kann mir lebhaft vorstellen, wie Pyramiden in Griechenland stehen.
- Auch wenn die Karte bei mehr Spielern größer ist, wirst du hart um jedes Hexfeld kämpfen müssen, um mehr Punkte als deine Gegner zu erzielen.
- Ein großer Vorteil ist die Automa. Sie ermöglicht es dir, das Spiel sowohl solo als auch in der Gruppe zu genießen. Die Bedienung ist einfach und schnell, und beim Solospiel hat man nicht das Gefühl, mehr für die Automa als für die eigene Fraktion zu spielen. Die Automa zu besiegen ist keine leichte Aufgabe und bringt einen durchaus ins Schwitzen.
- Das Spiel benötigt viel Platz. Plane einen größeren Tisch ein, besonders wenn ihr zu mehreren spielt.
Bewertung
Regeln sind einer der wichtigsten Aspekte eines Spiels, und leider habe ich selten schlechter geschriebene Regeln gelesen als bei Monumental. Man hat nicht nur beim ersten Aufbau Lust, sich die Haare zu raufen, sondern es gibt auch Situationen im Spiel, auf die man in der Anleitung keine Antwort findet. Es ist unverständlich, warum die Autoren keine Übersicht der Komponenten beigefügt haben, die vieles gelöst hätte. Wenn du dir Ärger ersparen willst, empfehle ich, vor dem Aufbau auf YouTube vorbeizuschauen, wo Spieler bereits durch diesen Prozess gegangen sind und zeigen, wie man alles vorbereitet. Ich persönlich empfehle zum Beispiel Nithrania. Wenn dir die Regeln nicht den Spaß verderben, wirst du dieses Zivilisationsspiel genießen.
Jeder Spieler kommt hier auf seine Kosten, egal ob beim Bau von Weltwundern, beim Erobern oder beim Sammeln von Wissen. Für Anfänger ist der Start etwas schwieriger, aber nach ein paar Minuten hat man den Dreh raus. Ich muss sagen, dass mir das Spiel trotz der anfänglichen Schwierigkeiten beim Aufbau Spaß gemacht hat und ich mich nicht gelangweilt habe. Die Züge der Spieler sind zwar länger, aber man hat zumindest Zeit, seinen nächsten Schritt zu planen. Als Spieler darfst du keine der Kategorien für Siegpunkte vergessen, sonst ziehen die Gegner punktemäßig davon. Ein interessantes Thema, tolles Gameplay und angemessene Interaktion zwischen den Spielern, dazu mehrere Modifikationen und eine sehr nützliche Automa. Die BGG-Bewertung von 7,6/10 ist treffend. Ehrlich gesagt glaube ich, dass dieses Spiel bei besser geschriebenen Regeln eine Bewertung von über 8/10 verdient hätte.
Autor Daniel Korčák
Daniel Korčák
Autor článků na imago.cz
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