Welcher Alien würde dich entführen?
Am 20. März feiern wir den Tag der Alien-Entführungen. Sich entführen zu lassen ist aber gar nicht so einfach! Wir zeigen dir einige Fälle, wie das ausgehen kann.
Es ist das klassische Sci-Fi-Klischee. Mitten in der Nacht fängt dein Autoradio an zu rauschen, der Motor geht aus und aus dem dunklen Himmel trifft dich ein heller Lichtstrahl, während dich eine unbekannte Kraft nach oben zieht. Du wirst gerade von Aliens entführt! Freu dich auf einen Ausflug voller Erlebnisse, die hauptsächlich aus einer detaillierten Untersuchung deiner Körperöffnungen bestehen. Zum Glück wirst du dich wahrscheinlich nicht daran erinnern. Sicher ist jedoch, dass dich ein Leben als Sonderling erwartet, den niemand so richtig ernst nimmt (auch wenn die Leute heutzutage an alles Mögliche glauben…).
Das Phänomen der UFO-Entführungen verbreitete sich unter Verschwörungstheoretikern in den 60er Jahren in den USA. Es war die Zeit des Kalten Krieges, sowjetische Satelliten flogen über die Köpfe der Menschen hinweg, die atomare Apokalypse stand kurz bevor und das Apollo-Programm lief an. Die Menschen schauten öfter in den Nachthimmel und fragten sich, was da wohl sein mag. Trotz aller wissenschaftlichen Bemühungen haben wir die „Wahrheit da draußen“ nicht entdeckt und zumindest in unserer Galaxie gibt es keine Anzeichen für intelligentes Leben. Oder wir haben sie bisher einfach nicht bemerkt.
Das Universum ist ein riesiger Ort. Niemand von uns kann sich sein Ausmaß wirklich vorstellen. Nach aktuellem physikalischem Wissensstand ist Reisen durch das All eine harte Nuss. Schließlich braucht selbst das Licht unglaublich lange. Die Vorstellung von Aliens, die uns regelmäßig besuchen, ist daher leider sehr unwahrscheinlich. Und außerdem: Wenn schon jemand hierher fliegen würde, würde er sich kaum damit zufriedengeben, wahllosen Menschen etwas in den Hintern zu stecken und wieder zu verschwinden. Ja, die Realität ist grausam. Aber wir lesen und lieben fantastische Geschichten genau deshalb, damit wir uns nicht mit der Realität aufhalten müssen.
Aliens, Ufologen, Weltraumtouristen, Besucher – kurzum, das Gesindel aus dem All – sind beliebte Sci-Fi-Wesen. Wir mögen sie. Ihre großen, hervorstehenden Äuglein, Tentakel, niedlichen sabbernden Mäulchen! Jeder von uns hat seine Favoriten. Wir haben einige von ihnen ausgewählt und zeigen entführungswilligen Lesern, was sie erwartet, wenn sie ihnen begegnen würden. Am 20. März feiern wir nämlich den Tag der Alien-Entführungen.
Predator
Dieser humanoide Schönling mit grünem Blut und schicker Maske ist ideal für aktive Leute, die vor körperlicher Anstrengung nicht zurückschrecken und ihre Freizeit gerne knietief im Schlamm und den Eingeweiden ihrer Freunde im Dschungel verbringen. Predatoren lieben Herausforderungen. Sie sind Jäger, aggressiv und intelligent. Wenn du der Typ Mensch bist, der statt Sport lieber gemütlich vor dem Fernseher sitzt, schau dich lieber woanders um. Solche Beute ist nichts für den Predator. Darüber würde er nur verächtlich mit seinen Mandibeln schnalzen.
Predator ist eine Ikone, die in mehreren Filmen, Videospielen, Büchern und Comics auftauchte und deren Popularität ungebrochen ist. Er ist ein technologisch hochgerüsteter Typ, der sein hässliches Gesicht zum Glück hinter einer Maske verbirgt. Zu seiner Pflichtausrüstung gehören verschiedene Klingen, Stich- und Wurfwaffen, eine Plasma-Kanone mit Zielvorrichtung, und wenn es wirklich hart auf hart kommt, aktiviert er die effektvolle Selbstzerstörung.

Sein Vater, der amerikanische Spezialist für Filmeffekte Stan Winston (der unter anderem an Terminator, Alien, Iron Man oder Jurassic Park arbeitete), hauchte einer Figur Leben ein, die sich zu Recht einen festen Platz in der Popkultur erkämpft hat. Es ist gut, dass es nicht bei den ursprünglichen Plänen blieb, nach denen der Predator ein Monster mit langem Hals, Hundekopf und einem Auge oder ein kleiner Ninja-Typ, der von Van Damme gespielt werden sollte, sein sollte.
Wenn sich ausgerechnet ein Predator entscheidet, dich zu entführen, sieht es schlecht aus. Da musst du schon ein wirklich durchtrainierter, bis an die Zähne bewaffneter Typ sein, um ihn davon abzubringen. Der Vorteil ist, dass Predatoren deine Körperöffnungen völlig egal sind. Sie sammeln nämlich Schädel mit Wirbelsäule…
Alien
Wenn wir schon den Predator erwähnt haben, sollten wir auch den beliebten Xenomorph nicht vergessen. Dieses lebendige Werk des Schweizer Bildhauers und Malers H. R. Giger hat sich 1979 dank des fantastischen Sci-Fi-Horrors von Ridley Scott in die Geschichte geschleimt. Alien ist eine Spezies, die die Evolution (die verrückten und unlogischen Unsinnigkeiten aus den Filmen Prometheus und Covenant lassen wir mal beiseite) mit allem ausgestattet hat, was man zum Jagen und Überleben braucht. Er hat Krallen, einen langen Schwanz, eine feste Haut, Säure statt Blut, Kraft, Wendigkeit und schreckliche Zähne. Damit sein Lächeln perfekt ist, hat er sicherheitshalber noch ein zweites Kieferpaar in Reserve. Kurz gesagt: ein Schönling!

Aliens sind wie geschaffen für Entführungen. Mit einem Traktorstrahl entführen sie dich zwar nicht, aber sie wissen, wie man an günstigen Orten seine Eier hinterlässt. Ein Moment der Unachtsamkeit oder Neugier reicht aus, das Ei öffnet sich und zack, schon hast du das Facehugger-Stadium des Aliens im Gesicht, das dir Eier einpflanzt. Dann heißt es nur noch warten. Generell sind Aliens sehr geduldige Kreaturen. Wenn sie sich aber erst einmal in Bewegung setzen, sollte man sich fürchten. Eine Begegnung mit Aliens ist eine Herausforderung, die am Ende nicht einmal die Hauptdarstellerin der Filme, Ellen Ripley, überlebt hat. Wenn es dir trotzdem gelingt, ein Alien zu besiegen, ist sofort einer seiner Brüder zur Stelle, der sich bei Mama beschwert. Und das will schon was heißen!
Alien ist einfach ein problematischer Bengel. Außerdem gehört er wie zum Trotz zu den Spezies, die von Körperöffnungen geradezu besessen sind, da diese ein fester Bestandteil ihres Lebenszyklus sind.
Das Ding
Bisher sieht es so aus, als ob jeder Alien, dem du begegnest, es auf dich abgesehen hat. Das Ding ist da keine Ausnahme! Es geht dabei sogar ziemlich hinterhältig vor. Es ist wie eine Art Weltraum-Schnupfen. Ein hoch ansteckender Keim, der schnell den Wirt übernimmt und abwartet, um sich weiter zu verbreiten. Den Infizierten erkennst du anfangs nicht. Er verhält sich normal, verdächtig ist nur, dass er Hitze meidet und eine überraschend starke allergische Reaktion auf Flammenwerfer zeigt. Dann fängt er plötzlich an, sich in etwas zu verwandeln, das Tentakel hat, Äuglein an seltsamen Körperstellen – einfach etwas, das jedem Anatomen Kopfschmerzen bereiten würde.

Basierend auf der Kurzgeschichte von John W. Campbell Das Ding aus einer anderen Welt entstanden gleich drei Filme. Die bekannteste (und beste) ist definitiv die Verfilmung von John Carpenter aus dem Jahr 1982. Es ist auch für heutige Verhältnisse ein wunderbar funktionierender Survival-Horror über eine Gruppe von Wissenschaftlern in der Antarktis, die mit einem außerirdischen Organismus in Kontakt kommen, der ihnen ziemlich bald an den Kragen will. Die Atmosphäre verdichtet sich, jeder ist verdächtig und der Einzige, der das retten kann, ist Kurt Russell. Wenn du jedoch dem Ding begegnest, wirst du ein Problem haben. Kurt ist nicht immer verfügbar und im Baumarkt bekommt man normalerweise keinen Flammenwerfer. Vom Ding also definitiv die Finger lassen!
Chewbacca
Nicht jeder Alien, der vorbeifliegt, will dich um jeden Preis kriegen. Zum Glück gibt es auch eine Reihe relativ friedlicher Alien-Spezies. Die Welt von Star Wars ist voll davon. Wenn wir aber einen auswählen müssen, dann ist es sicher dieser berühmte Wookiee, der Partner eines anderen Aliens, Han Solo. Eine Begegnung mit Chewbacca muss nicht damit enden, dass dir der Kopf abgerissen wird, wenn du ihm auf Augenhöhe begegnest. Wookiees sind stark, intelligent und fühlen sich sehr angenehm an. Nur die vielen Haare, die sie überall hinterlassen…

Sich von einem Wookiee entführen zu lassen, ist keine schlechte Erfahrung, wenn du genug Geduld hast und es schaffst, ihn zu zähmen. Die Belohnung kann ein Ausflug durch die Galaxie und ein Partner fürs Leben sein.
Alf
Chewbacca von Wish? Das ist Gordon Shumway, den die Welt eher unter dem Spitznamen Alf (Alien Life Form) kennt. Er ist ein Alien vom Planeten Melmac und gleichzeitig die Figur aus einer Sitcom, die bei uns in den 90er Jahren populär war. Alf ist ursprünglich nicht auf die Erde gekommen, um jemanden zu entführen. Zumindest keine Menschen. Er folgte einem Signal von der Erde und stürzte in der Garage einer durchschnittlichen amerikanischen Familie ab, wo er anfing, ihnen das Leben zur Hölle zu machen. Alf ist nämlich nicht gerade der Hellste und sein Verhalten sorgt für jede Menge Ärger. Aber genau das machte es so lustig, ihn zu beobachten.

Alf verschwand nach und nach aus dem Rampenlicht. Trotz mehrerer Versuche, ihn wiederzubeleben, blieb er vor allem in den Herzen der älteren Generation. Was vielleicht schade ist. Alf hatte Charisma und zum Glücklichsein brauchte er nur ein paar Katzen als Snack…
Kamila
Die Jungs von Red Dwarf haben keine Angst vor seltsamen Lebensformen, im Gegenteil. Sie haben reiche Erfahrungen mit ihnen. Tatsächlich sind sie aber nie echten Aliens begegnet. Die Menschheit hat in den drei Millionen Jahren, in denen sie durchs All fliegt, eine Reihe eigener seltsamer Kreaturen entwickelt. Zum Beispiel so einen Polymorph, der sich in alles verwandeln kann und sich von so unnötigen Dingen wie Emotionen ernährt. Das kann eine sehr nützliche Eigenschaft sein. Die Begegnung mit den Quagars lief auch nicht ganz nach Plan…

Wenn ich mich entführen lassen müsste, würde ich Kamila wählen. Kamila ist nämlich ein GELF – eine genetisch erschaffene Kreatur, die so konzipiert ist, dass sie für jedes Individuum als Objekt seiner Begierde erscheint. Wer würde nicht gerne sein perfektes Gegenstück treffen? Ja, es hat seine Nachteile. In Wirklichkeit sieht Kamila aus wie ein Haufen Mist mit Tentakeln und einem Auge. Aber was soll's! Niemand ist perfekt!
Wie du siehst, kann eine Entführung durch einen Alien ganz unterschiedlich ausgehen. Es kommt immer darauf an, auf welche Spezies du gerade triffst. Es muss nicht nur bei der Kontrolle der Körperöffnungen und dem Löschen des Gedächtnisses bleiben. Das Popkultur-Universum ist voll von Monstern, die dir an den Kragen wollen. Du kannst aber auch auf nützliche Exemplare stoßen. Ein Superman oder Spock haben sich ganz gut in unsere Gesellschaft integriert. Auf der anderen Seite kann ein Thanos und seine Aktion „alles zum halben Preis“ ein Problem sein. Die Motivationen von Aliens können einfach unterschiedlich sein. Aber egal, in welchen Winkel des Universums du schaust: Halte dich immer, aber wirklich immer, von den Vogonen fern!
Autor Karel Krajča
Karel Krajča
Šéfredaktor, content creator a organizátor festivalu Fantastická Ostrava. Fanoušek fantastiky, videoher, deskových her a popkultury obecně. Příležitostný milovník malování figurek a craftení všeho druhu. Hudební závislák a amatérský znalec fyziky a matematiky.
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