Rezension zum Brettspiel Cascadia: Im Grünen
Das Spiel Cascadia: Im Grünen - Pflanzen züchten mit wunderschönen Illustrationen. Einfach und unterhaltsam für die ganze Familie. Erweitere deine Blumentöpfe und entfliehe dem Alltag. 🌿🌼
Was findest du im Artikel?
Es gibt wirklich viele Brettspiele in den Ladenregalen. Die Auswahl an Spielmechaniken, Stilen und Themen ist schier unendlich. Menschen jeden Alters suchen darin Unterhaltung. Manche Spiele ziehen dich schon beim Anblick der Schachtel in ihren Bann, bei anderen schaust du nicht einmal zweimal hin. Das Brettspiel mit dem Namen Cascadia: Im Grünen verbirgt jedoch viel mehr, als es auf den ersten Blick scheint.
Cascadia: Im Grünen wurde vom bekannten Studio AEG zusammen mit Flatout Games veröffentlicht, die hinter Titeln wie Cascadia oder Calico stehen. Das Spiel ist für 1–5 Spieler ab 10 Jahren geeignet und dauert etwa 30–45 Minuten. In der sehr schön illustrierten Schachtel finden wir eine Kombination aus Papp- und Holzmarkern, Spielkarten, einen Stoffbeutel und die Regeln. Die Regeln sind übersichtlich auf 18 Seiten verfasst und mit Bildern aus dem Spiel ergänzt.
Worum geht es in dem Spiel?
Wie der Name schon sagt, züchten wir im Spiel Cascadia: Im Grünen die verschiedensten Zimmerpflanzen. Du musst dafür sorgen, dass sie ideale Bedingungen haben, sie gießen, düngen und dann in einen Blumentopf pflanzen. Falls du denkst, dass dieses Spiel eher etwas für das weibliche Geschlecht ist, lass dich nicht täuschen und lies den Artikel bis zum Ende.
Wie spielt man es?
Cascadia: Im Grünen enthält keinen Spielplan. Du erstellst ihn während des Spiels selbst, ähnlich wie bei Cascadia. Die Spielvorbereitung ist einfach – in wenigen Minuten bereitest du die Kartenstapel, die Blumentopf-Komponenten und die Ausrüstung vor, die du in den Stoffbeutel legst. Es gibt 2 Kartenstapel im Spiel. Der erste Stapel enthält 60 Karten verschiedener Pflanzentypen wie Sukkulenten, blühende Pflanzen, Blattpflanzen, Kletterpflanzen und seltene Pflanzen. Alle sind farblich gekennzeichnet. Der zweite Stapel enthält 60 Karten verschiedener Räume, die ebenfalls farblich unterschieden sind.
Aus den 4 gezogenen Karten jedes Stapels bildest du zusammen mit den Ausrüstungsmarkern ein Startangebot. Danach zieht jeder Spieler eine Pflanzenkarte und eine Raumkarte vom Stapel. Beginnend mit dem Startspieler und weiter im Uhrzeigersinn sind die Spieler abwechselnd am Zug. In deinem Zug nimmst du dir immer eine Kombination aus einer Karte und einem Marker aus dem Angebot. Es liegt ganz bei dir, ob du einen Raum oder eine Pflanze wählst. Aus diesen Karten erstellst du ein geordnetes Set aus 15 Karten, immer 3 Reihen zu je 5 Karten. In dieser Anordnung müssen sich Pflanze und Raum immer abwechseln. Es darf niemals der gleiche Kartentyp nebeneinander liegen.

Auf der Pflanzenkarte siehst du, um welchen Typ es sich handelt, welches Licht sie benötigt, wie lange sie wächst und wie viele Punkte du dafür erhältst. Die Räume enthalten auf jeder Seite andere Lichtbedingungen. Wenn du an deine Raumkarte eine Pflanze an der Position der benötigten Lichtbedingungen anlegst, erhältst du dafür ein Wachstumsblatt. Sobald genügend Blätter auf der Karte sind, ist die Pflanze ausgewachsen und du kannst sie in den Blumentopf setzen. Cascadia: Im Grünen ist wie ein Puzzle, bei dem du mit Logik versuchst, so viele Pflanzen wie möglich zu züchten und deine Räume mit Ausrüstung zu verschönern. Die Aufgabe ist nicht immer einfach, und nur einer kann gewinnen. Wenn du schon ein paar Partien hinter dir hast, kannst du das Spiel um 3 Aufgabenstapel erweitern, die im Spiel enthalten sind. Diese bestimmen, wofür du bei Erfüllung zusätzliche Punkte erhältst. Damit ist aber noch nicht Schluss.

Das Spiel bietet auch einen Solo- und Familienmodus, das Erfüllen von Herausforderungen und sogar eine Reihe von Szenarien. Der Solomodus ist ein klassisches System, bei dem du versuchst, allein so viele Punkte wie möglich zu erzielen und dein Ergebnis mit einer Tabelle vergleichst. Der Familienmodus vereinfacht das Spiel auch für die kleinsten Spieler. Das Erfüllen von Herausforderungen ist für bis zu 4 Spieler gedacht, die beim Spielen langfristig ihre Ergebnisse verfolgen. Für jeden Erfolg malst du dein Blatt in den Regeln aus, und wer als Erster alle Blätter ausgemalt hat, ist der Gewinner. Nicht zuletzt bietet das Spiel eine Reihe von Szenarien, die die Regeln immer ein wenig anpassen und dir den Weg zum Sieg erschweren.
Unsere Eindrücke?
- Wunderschöne, dezente Kartenillustrationen von Beth Sobel (sie illustrierte auch Cascadia und Calico).
- Das ganze Spiel wirkt ruhig und entspannt.
- Die Regeln verstehen Anfänger und Kinder schnell.
- Obwohl es ein Logikspiel ist, fühlst du dich nach dem Spiel keineswegs müde, im Gegenteil. Du kannst dich wunderbar entspannen und nach einem anstrengenden Tag den Kopf freibekommen.
- Jede Karte enthält einen Text mit einer Beschreibung der jeweiligen Pflanze, sodass du nicht nur Spaß am Spiel hast, sondern sogar etwas lernst.
- Das Zusammenstellen deines Sets ist intuitiv und das Spiel läuft schnell ab. Wenn ein Spieler jedoch so viele Punkte wie möglich haben möchte, muss er beim Anlegen der Karten ein wenig nachdenken, damit seine Pflanze auch wirklich wächst.
- Die Interaktion zwischen den Spielern ist praktisch nicht vorhanden, außer dass du dem Gegner eine Karte aus dem Angebot wegnimmst, die er selbst gerne hätte. Jeder spielt so ein bisschen vor sich hin. Das schadet dem Spiel aber keineswegs.
- Die Erweiterung um Aufgabenkarten oder die Nutzung eines der Modi werden besonders anspruchsvollere Spieler zu schätzen wissen.
- Dank der zusätzlichen Modi wird das Spiel garantiert nicht langweilig und du wirst gerne dazu zurückkehren.
Wie bereits erwähnt, haben die Spiele Calico, Cascadia und Cascadia: Im Grünen viel gemeinsam: wunderschöne Kartenillustrationen, den Verlag Flatout Games und die Spielmechanik – das Zusammenstellen von Spielkarten zu vorteilhaften Kombinationen, die dir die meisten Punkte bringen. Man könnte auch sagen, dass Cascadia: Im Grünen das goldene Mittelmaß dieses Trios ist und man sieht, dass es von allen Mängeln seiner beiden Vorgänger befreit wurde.
Calico fordert beim Kombinieren der Kärtchen mit bunten Textilmustern nicht nur die Gehirnwindungen, sondern auch die Augen. Im Vergleich dazu kann Cascadia für erfahrenere Spieler zu einfach sein. Cascadia: Im Grünen kann dank verschiedener Modi unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben, ist aber gleichzeitig nicht so eine harte Nuss wie Calico. Ein weiterer angenehmer Bonus und auch ein pädagogisches Element im Spiel Cascadia: Im Grünen sind die begleitenden Informationen über die Pflanze am unteren Rand der Pflanzenkarte und die Karte des Pflanzenvorkommens in den Regeln.
Bewertung
Seien wir ehrlich. Pflanzen züchten ist nicht jedermanns Sache, das kann man von Cascadia: Im Grünen jedoch nicht behaupten. Ich bin angenehm überrascht, dass mir ein Spiel über das Pflanzenzüchten so viel Spaß macht. Ich finde kaum etwas, das ich kritisieren könnte. Cascadia: Im Grünen ist der klare Beweis dafür, dass mich das Spiel völlig in seinen Bann gezogen hat, auch wenn mich das Thema anfangs nicht begeistert hat. Einfaches Thema, leichte Regeln, viele Erweiterungsmodi und ein enormer Wiederspielwert. Wenn du ein Logikspiel für die ganze Familie suchst, bei dem du dich gleichzeitig entspannen kannst, ist Cascadia: Im Grünen genau das Richtige für dich. Schließlich gibt es nichts Besseres, als nach einem anstrengenden Tag ein wenig der Realität zu entfliehen und Pflanzen aus allen Ecken der Welt zu züchten. Also, Blumentöpfe bereitstellen, Cascadia: Im Grünen wartet schon!
Autor: Daniel Korčák
Daniel Korčák
Autor článků na imago.cz
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